zwei Männer sind auf einem Weg und betrachten die Landkarte

Schätze, die bleiben

Jürgen Ferrary
24. November 2025

Geld und Besitz sind ein Segen – aber auch ein Test. Und manchmal eine echte Versuchung. Wir Menschen haben es erstaunlich schwer damit, gut mit dem umzugehen, was wir haben … und mit dem, was wir nicht haben. Zufriedenheit ist für uns keine automatische Grundeinstellung. Das war schon immer so.

Ein Blick zurück: Das Volk Israel hatte gerade das Spektakulärste erlebt, was man sich vorstellen kann – Befreiung aus der Sklaverei, Durchzug durch das Rote Meer, Gottes sichtbare Führung. Und in der Wüste hielt Gott sie am Leben, Tag für Tag. Jeden Morgen lag „Manna“ vor ihren Zelten – frisches Essen direkt aus Gottes Hand.

Und was taten sie?
Sie horteten.
Obwohl es am nächsten Tag wieder genug geben würde.
Obwohl das Manna ohnehin schlecht wurde, sobald man zu viel nahm.

Typisch Mensch. Wir horten gern – Dinge, Geld, Sicherheit. Als könnten wir damit das Leben kontrollieren.

Aber Besitz ist nicht dazu da, angehäuft zu werden. Er ist dazu da, genutzt zu werden. Für Gutes. Für Sinnvolles. Für das, was bleibt. Gott schenkt uns Ressourcen nicht, damit wir sie anbeten, sondern verwalten. Und zwar weise.

Jesus erzählt dazu eine überraschende Geschichte von einem Verwalter, der seinen Job verliert, weil er unehrlich war. Und trotzdem lobt Jesus ihn – nicht seine Unehrlichkeit, sondern seine Klugheit. Dieser Verwalter sieht die Katastrophe kommen, reagiert sofort und investiert in Beziehungen, die ihm später helfen werden.

Er denkt voraus. Er macht einen Plan. Und er handelt – sofort.

Das ist der Punkt.

Ich habe neulich eine Statistik gelesen: Der durchschnittliche Europäer spart etwa 12 % seines Einkommens für später. Japaner sparen etwa 25 %. Und Amerikaner? –1 %. Sie geben also – wenn die Statistik stimmt – mehr aus, als sie einnehmen. Das ist … sagen wir: sportlich.

Die Bibel nennt das unklug. In Sprüche 14,8 steht: „Der weise Mensch ist vorausschauend und rechnet mit dem, was kommt; die Narren aber betrügen sich selbst.“

Kluge Menschen lassen sich nicht von der Gegenwart einlullen. Sie investieren in das, was Zukunft hat.

Und genau das macht der Verwalter in Jesu Gleichnis. Als ihm alles um die Ohren fliegt, schiebt er nichts auf: kein „Irgendwann mache ich meine Finanzen mal gerade“, kein „Wenn ich mehr verdiene, fange ich an“. Er packt an – jetzt.

Jesus lobt also vier Dinge: Vorausschau. Weisheit. Willenskraft. Und die richtige Haltung.
Und diese Haltung lautet: „Ich schaue nach vorne. Ich investiere in das, was Wert hat – auch über mein Leben hinaus.“

Die große Frage für uns lautet: Wofür setze ich meine Ressourcen ein? Baue ich Schätze hier auf der Erde – die verstauben, verrotten oder verschwinden? Oder baue ich Schätze im Himmel – durch Großzügigkeit, Vertrauen, Beziehungen, Barmherzigkeit?

Jesus ruft uns dazu auf, kluge Verwalter zu sein. Nicht ängstlich, nicht gierig, nicht hortend – sondern frei, weise und großzügig. Denn das, was wir heute investieren, kann für die Ewigkeit zählen.

Sei gesegnet!

Herausforderung für heute: Überlege dir eine konkrete Sache, in die du heute bewusst großzügig investierst – sei es Geld, Zeit oder Aufmerksamkeit – etwas, das keinen unmittelbaren Nutzen für dich hat, aber ewigen Wert schafft.

Sei gesegnet!

„Der Wert eines Menschen bemisst sich daran, was er gibt – nicht daran, was er besitzt“ (Albert Einstein).

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